Vitae
Edelgard Lösch
 

Skulptur

Das Arbeiten an Skulptur und Plastik nimmt in meinem künstlerischen Schaffen den größten Raum ein. So bin ich stets auf der Suche nach einem Werkstoff, der allein oder in Kombination mit anderem Material seine eigene Dynamik entwickelt. Meine Augen und Sinne finden dabei wahre Schätze. Ohne Anspruch auf das Perfekte sehe ich in Abfallmaterialien die Herausforderung, die ich als Künstler brauche, um zu gestalten.

Weggeworfenes einer neuen Verwendung zuführen, spiegelt dabei den Widerstand gegen unsere Wegwerfgesellschaft. Dabei erfordert jedes Material, sei es nun vor Millionen von Jahren (wie z. B. Schiefer) oder aus dem Zusammenspiel von Natur und Mensch (wie z. B. Walzblei oder Kristalliner Schwarzdorn) entstanden, ein differenziertes Einlassen, auch in Hinsicht auf das Kombinieren mit Ton oder anderem Material. Manchmal geht es dabei um Inhalte, manchmal um die Art und Weise, wie ich mit den Mitteln gestalte. Die Beschäftigung mit der Vergangenheit ist mir dabei wichtig, mehr jedoch die mit der Zukunft. So halte ich mir die Option zur Veränderung unvermindert offen in der steten Entdeckungsbereitschaft neuer Mittel.


Malerei

"Bildfindung im Tun" beschreibt die Malweise der Künstlerin Edelgard Lösch am Deutlichsten. Auch wenn ein vorgegebenes Thema erarbeitet wird, ist diese Arbeitsweise mitbestimmend. Die Freiheit der Entscheidung im Prozess des Entstehens durch momentane, emotionale Eingebung ist für die Malerin unverzichtbar.

Energiegeladene Rottöne und schwarze Farbflächen, ausgeführt in differenzierten Strukturen auf weiß-grauen und weiß-erdbeigen Malgründen übernehmen die Hauptaussage der informellen Bilder. Die so entstandene Farbkomposition wird ergänzt durch schwarze Kohlestriche, deren Aus- und Eingrenzungen, sowie Betonungen die Aussage eines Bildes unterstreichen oder verdeutlichen. Dieser Vorgang kann als der endgültige Schöpfungsakt des einzelnen Bildwerkes betrachtet werden.

Die Sicherheit, mit welcher Edelgard Lösch in ihrer Kreativität wirkt, Glätte gegen Verwerfungen und Brüche einsetzt und auch kritische Auseinandersetzungen nicht scheut, liegt in ihrer Achtsamkeit begründet. Ihre Bilder reflektieren Reife - das gelebte Leben schlechthin.

(Rezitativ von Ingeborg Nicklas)