Vitae
Cordula Wagner
 

Die Verbindung von Malerei und Fotografie, zwei verschiedene Medien der Bilddarstellung, sind das Thema der Arbeiten von Cordula Wagner.

Die mit Öl gemalten Bilder zeigen überwiegend Landschaften, wobei entscheidende Impulse dafür Stimmung und Atmosphäre eines Ortes sind. Dazu tragen der Wandel des Lichts im Wechsel der Jahreszeiten und Tiefe und Raum einer Landschaft bei. Immer sind es Landschaften ohne Menschen. Der starke Eindruck, den die Natur auf die Künstlerin macht, braucht diese nicht. Trotzdem sind die Menschen indirekt spürbar, da es sich nicht um unberührte Natur, sondern um Kulturlandschaften handelt.

Die Bilder von Cordula Wagner sind keine fotorealistischen Arbeiten, viel mehr zählt der Eindruck, die Impression. So erinnert auch die Malweise der Künstlerin, spontan, heftig, pastos, sodass die Pinselspuren sichtbar sind, an die Malerei der Impressionisten, man denke an Lovis Corinth oder Max Slevogt. Allerdings entstehen die Gemälde von Cordula Wagner nicht im Freien, sondern die Künstlerin arbeitet aus der Erinnerung, dem starken Eindruck, dem inneren Bild. Aquarellskizzen, Zeichnungen und gelegentlich Fotos unterstützen den inneren Bildeindruck.

Die Fotografien hingegen sind wiederum Landschaften, allerdings diesmal vom Menschen gebaute Stadtlandschaften, Architektur. Es werden keine Gesamtansichten von Gebäuden gezeigt, sondern Ausschnitte aus selbigen. Diese sind stumme Zeugen der Geschichte, vergangenen Lebens, Zeichen des Zerfalls. Die Fotografien sind höchst malerisch, treten durch Farbigkeit und Struktur in Kommunikation mit der Malerei.

Trotz der Verschiedenheit von Malerei und Fotografie fügen sich beide Ausdrucksweisen zu einem neuen Ganzen zusammen. Es handelt sich um eine Gleichzeitigkeit von Landschaft und Stadtlandschaft, eine Verbindung von Natur und Architektur. Kompositorisch wird diese Verbindung hergestellt, in dem die Künstlerin die gemalte Landschaft, das Querformat, in mehrere Hochformate teilt. Dadurch wird es möglich die mit Hilfe der Digitaltechnik auf Leinwand geplotteten Fotografien zwischen den gemalten Hochformaten anzuordnen. Die gleiche Höhe des Bildformats und die Farbigkeit der Malerei und der Fotografie verbinden die Einzelteile miteinander.
Darüber hinaus gibt es auch Arbeiten der Künstlerin, bei denen die Fotografien direkt auf die Leinwand geklebt und mit der Malerei verbunden wurden.
Bei der Gleichzeitigkeit von Malerei und Fotografie handelt es sich um Spiegelungen, Reflexionen, in denen sich verschiedene Wirklichkeiten überlagern, durchdringen.

In dieser zeitgenössischen Art der Darstellung geht es um ...
das Spiel mit der Wahrnehmung,
das Spiel mit der Wirklichkeit,
das Spiel der Wahrnehmung mit der Wirklichkeit,
das Spiel der Wirklichkeit mit der Wahrnehmung,
das Spiel der Bilder mit der Wahrnehmung der Wirklichkeit,
das Spiel der Bilder mit der Wirklichkeit der Wahrnehmung.